WuWei Workshop

Wuwei Workshop

WuWei

 

Wuwei bedeutet wörtlich übersetzt Nicht-Handeln.


Die Größe der Bedeutung von WuWei erschließt sich allerdings erst aus dem daoistischen Kontext, in dem es gebraucht und angewendet wird.

Hier wäre eine Umschreibung des Begriffes im Sinne von „nicht unnötig und störend in den Lauf der Dinge, in das Geschehen der Natur, in die natürlichen Abläufe und Strukturen eingreifen“ weiterführend.


Wenn wir uns diesem Begriff nähern aus Sicht der Menschheitsgeschichte, so können wir erkennen, dass der Mensch in seiner Entwicklung immer weniger mit und immer mehr gegen die Natur des Planeten gearbeitet hat. Das Resultat, die zunehmende Zerstörung unserer Erde und der daraus entstandene Klimawandel mit all seinen Zeichen wird in der aktuellen Zeit so deutlich wie noch nie und somit ein Handeln im Sinne der Natur dringend notwendig.

Das große Paradoxon unserer Zeit allerdings ist, dass in vielen Ländern der Welt, vor allem den mächtigen Industrienationen rechte Regierungen an die Macht kommen, die den Klimawandel leugnen und die sich der nötigen Umstellung unserer Systeme verweigern aus vermutlich Macht- und Kapitalinteressen. Dies stellt in meinen Augen eine äußerst bedrohliche Entwicklung dar und macht den Begriff des WuWei und das Einbeziehen der hier zugrunde liegenden Gedanken zum Politicum.

 

Wenn wir uns dem Begriff des Wuwei aus der persönlichen , das eigene Menschenleben betreffenden Perspektive nähern, erscheint es deutlich leichter, diese daoistische Gesetzmäßigkeit zu befolgen.


Im Großen scheinen wir gerade jetzt an unsere Grenzen zu geraten. Wenn wir aus unserem komfortablen Lebensumfeld heraus all die Kriege, Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten der Welt beobachten und das dringende Bedürfnis haben, zu handeln, zu helfen und uns ohnmächtig fühlen, ob unserer Unzulänglichkeit sollten wir uns dieser Zeilen aus dem Dao de Jing erinnern, die da besagen: „Halte das Kleine für groß und das Wenige für viel… vollbringe das große Werk durch eine Reihe kleiner Schritte.“ (Vers 63)


Wuwei bedeutet im Kleinen wie im Großen ein Beobachten von dem, was ist. Es bedeutet ein „in Kontakt-Gehen“ sowohl mit dem eigenen Wesen als auch mit dem Wesen der Welt.

Wenn es uns gelingt, unser Leben, so zu gestalten, dass wir dem Lauschen auf die Dinge Zeit einräumen, uns selbst Raum geben, uns zu verstehen, unserem Wesen entsprechend handeln, dann ist es möglich WuWei auf die Spur zu kommen. Je vertrauter wir uns selbst sind, umso müheloser wird uns auch der Umgang mit der Welt gelingen. Es geht darum, sich im Leben den Verhältnissen entsprechend zu bewegen.


Vielleicht kennt ihr das, es gibt Zeiten, die sich vielleicht im Außen als schwierig darstellen, in denen es uns aber gelingt, uns den Umständen entsprechend zu verhalten, auf die Dinge im Außen die richtigen Antworten zu finden mit unserem Handeln. Meiner Erfahrung nach fließen dann oft die Ereignisse mühelos ineinander, alles fühlt sich folgerichtig und leicht an, ein Gefühl des „zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“ löst das Gefühl der Ohnmacht auf.

So viele Menschen es auf der Welt gibt, so viele Möglichkeiten und Wege gibt es sicherlich auch, sich dem eigenen Wesen anzunähern. Und es gibt diverse Bewegungs- Meditations- und Berührungssysteme, die uns dabei unterstützen, mit uns selbst und mit der Welt in eine schöne Resonanz, in einen schönen Klang zu kommen.


Sowohl das Seiki als Berührungskunst als auch Taijiquan als innere Kampfkunst eigenen sich ausgezeichnet als Methoden, das eigene System so zu harmonisieren, dass es leichter wird, den „Erscheinungen folgend, zur Quelle zurückzukehren“ (Dao de Jing), dem eigenen Wesen und gleichzeitig der eigenen Wirkkraft auf die Spur zu kommen.

Alice Whieldon und Claudia Sonnefeld sind seit vielen Jahren auf diesem abenteuerlichen Weg des Erforschens unterwegs, auf dem es immer darum geht, das eigenen Wesen zu erkennen, gut sein zu lassen und daraus resultierend die eigene Position in der Welt zu verstehen und anzuwenden. 

Unser Workshop soll unsere unterschiedlichen Herangehensweisen, die des Seiki als Berührungskunst und die des Taijiquan als Kampfkunst vereinen und dir damit die Möglichkeit geben, in einen tiefen Frieden mit dir selbst zu kommen und damit in neue Dimensionen von Handlungsfähigkeit.


Alice Whieldon kann ohne Umschweife als internationale Seiki-Koriphähe betrachtet werden. 

Mehr über sie und ihren Weg findest du unter: alicewhieldon.com und living-in-resonance.com.


Akinobu Kishi, der Begründer des Seiki umschreibt in seinem Gedicht zum Seiki-Weg die Art und Weise unserer Annäherung an das, was ist:


Der Sei-ki-Weg


Der sichtbare Weg folgt einer Karte
Du kannst ihn sehen, aber das ist nicht wie es ist
Der lebendige Weg ist unsichtbar
Du kannst ihn nicht sehen und doch ist er da
Auch unsichtbare Dinge sind da
Der lebendige Weg ist von Anfang an da
Er ist nicht das, wonach gesucht wird
Er ist auch nicht etwas, das man wissen kann
Er ist nur etwas, das du wahrnehmen kannst
Du kannst ihn fühlen; er ist da
Es gibt die Sterne, auch wenn sie am Tag nicht sichtbar sind
Hinter Wolken und Regen ist immer der blaue Himmel
Sie ist da, deine Stille ist da


A. Kishi


Wann?              24.04.26 10 Uhr - 17 Uhr

                        25.04.26 10 Uhr - 17 Uhr

                        26.04.26 10 Uhr - 14 Uhr


Wo?                  Taijikapelle Am Berg 3 in Jena


Kosten?             350,00 €