Gesundheitsübung | Entspannung von Körper und Geist | Kampfkunst | Philosophie
Ins Leben gerufen vor über 700 Jahren von der taoistischen Legende Chang San Feng durch die Kombination natürlicher Bewegung mit den taoistischen Prinzipien des Nachgebens, des Wandels von Fülle und Leere, der Weichheit und des Zurückkehrens stellt Taijiquan gleichermaßen ein umfassendes Gesundheitssystem, eine der führenden asiatischen Kampfkünste und eine ideale Methode der Selbstkultivierung von Körper und Geist dar.
Es gibt unterschiedliche Stile, Ideen und Wege des Praktizierens und doch sind die Taiji-Prinzipien für alle Schüler des Taiji gleich.
Der taoistischen Philosophie nach bedeutet das Leben immerwährende Veränderung, erschaffen durch den konstanten Wechsel und die Variation zweier gegensätzlicher Kräfte, Yin und Yang. Laut traditionell chinesischer Medizin bedeutet gesund zu sein, diese gegensätzlichen Kräfte auszubalancieren. Das Ziel des Taiji-Übens ist es, diese Balance wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten.
Wenn wir lernen können, offen zu sein und was immer auch passiert zu akzeptieren, schaffen wir die Voraussetzung dafür, im Gleichgewicht zu bleiben, inmitten permanenter Veränderung. Auf diesem Weg ist es möglich, die Fähigkeit zu entwickeln über unser maximales Potential zu verfügen und ein ausgeglichenes, glückliches Leben zu führen. Aufmerksamkeit, Sensitivität, Gleichgewicht und Beweglichkeit werden in den Übungen trainiert und auf das tägliche Leben übertragen.
Durch das Entwickeln und Verfeinern der Taiji-Prinzipien erschaffen wir uns selbst einen größeren Grad der Lebendigkeit, sowohl in physischer, energetischer als auch spiritueller Hinsicht.
In unserer Taiji-Schule wird das komplette Übungssystem nach Meister Huang Sheng-Shyan (Yang-Stil, Cheng-Man-Ching Tradition) unterrichtet. Dieses System eignet sich hervorragend, sowohl die äußeren als auch die inneren Bewegungsprinzipien des Taijiquan (gerade Aufrichtung, Beweglichkeit, Verbindung des gesamten Körpers, Achtsamkeit, Energiefluss im Körper) zu kultivieren.
Zum Übungssystem gehören:
1. Five Relaxing Movements (loosening exercises)
Hier werden die Prinzipien zunächst im Stand, ohne Schritte erlernt. Während der Übungen ist die Aufmerksamkeit ganz im Körper und wir können die Verbindung aller Gelenke, die Aufrichtung an der Körperachse und die Bewegungen aus der Körpermitte bewusst wahrnehmen. Die loosening exercises bereiten Körper und Geist auf natürliche Weise auf die Form vor.
2. Die Form
… ist eine Choreographie von 37 verschiedenen Stellungen (Bilder), die in fließenden langsamen Bewegungen ausgeführt wird. Jedes dieser Bilder hat eine eigene kämpferische Anwendung, die im Unterricht vermittelt wird. Zunächst trainieren die Schüler den äußeren Ablauf der Form. Nach und nach rücken auch in der Form die inneren Bewegungen im Körper in den Vordergrund. In der Form können Entspannung, Verbindung von Körper und Geist und Balance auf verschiedensten Ebenen ein Leben lang verfeinert werden.
3. Pushhands (Tuishou)
… sind die Partnerübungen im Taijiquan. Hierbei geht es darum, auch im Üben mit einem Partner von körperlicher Kraft loszulassen, die Taiji-Prinzipien anzuwenden, die Kräfte (die permanente Wandlung von Yin und Yang) zu erspüren und zu verstehen. Partnerübungen unterstreichen zum einen den Kampfkunstaspekt des Taijiquan. Darüberhinaus aber lernen wir uns und unsere Denk- und Bewegungsmuster auf deutliche Art kennen und erforschen Wege, diese zu optimieren und effizienter zu gestalten.
4. Waffenformen
werden im fortgeschrittenen Training, im Jugendkurs und in Workshops unterrichtet. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Taiji-Schwert und dem Taiji-Langstock.